Letzte Änderung am 05.01.2026
Gegen Mittag um 14 Uhr geht es los auf 12-tägige Motorradtour mit Ziel Korsika. Am Dienstagmittag habe ich die Fähre von Livorno nach Bastia gebucht, es bleibt also genügend Zeit für die ca. 1300km Anreise.
Heutiges Tagesziel ist Weil am Rhein, an der Deutsch-Schweizerischen Grenze bei Basel. Die Fahrt fängt gleich mit Regen an - wenn auch zunächst eher harmlos. Aber da ich heute sowieso im Hotel Go2Bed übernachte, ist mir das Wetter noch relativ egal.
Nach einer angenehmen Nacht und einem fantastischen Frühstück empfängt mich die Schweiz mit viel Sonne; im Gotthard-Tunnel wird es mit 32°C sogar viel zu warm.
Aber kaum bin ich aus dem Tunnel raus, fängt schon das große Schütten an. Meine GoreTex-Innenfutter sind in die Jahre gekommen und fangen nichts mehr ab, an mir wird alles nass bis auf die Knochen ... nur die Regensachen nicht, denn die bleiben - aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen - in der Rückentasche.
Das war der erste Fehler.
Der zweite Fehler war mein Einfall, die Anreise etwas attraktiver zu gestalten. Ab Piacenza weiche ich auf Nebenstrecken aus mit dem Ziel, auf einem kleinen, abseits in den Bergen gelegenen Campingplatz, zu übernachten.
Als ob ich nicht genau wüsste, wie langsam man vorankommt auf solchen Strecken kleinster Strassen Ordnung ...
Der Gedanke dahinter: Dafür würde ich mit toller Landschaft, geilen Strecken und pittoresken Dörfern entlohnt werden.
Eigentlich.
Aber nix da, Regen, Nebel und diverse Baustellen - aufgrund der durch Dauerregen zerstörten Straße - warten auf mich. Erst gegen 18 Uhr erreiche ich den Camping La Piane.
Aber es ist niemand da, weder andere Gäste noch sonst wer. Ich fürchte schon schlimmes!
Aber dann werde ich "entdeckt" und empfangen. Und während ich mit Chips, Bier, noch einem Bier, Schinkenschnitten, ein weiteres Bier und einem Grillspieß am offenen Kamin verköstigt werde, wird ein Chalet für mich vorbereitet.
Ein großer Name für diese Hütte. Aber da an Zelten auf der matschigen Wiese nicht zu denken ist, und ich eine Heizung zum Trocknen der Klamotten benötige, bin ich's zufrieden. Und 25€ für die Nacht? Alles gut!
Die Nacht war eher schlaflos. Einerseits wegen des trommelnden Regens auf dem Hüttendach, andererseits wegen des unbequemen Bettes. Und so richtig sauber ist es hier auch nicht. Ich bin halt schon älter und brauche eine gepflegte Atmosphäre.
Aber nach einem Cappuccino sieht die Welt schon wieder besser aus! Um kurz nach 8 Uhr bin ich wieder auf Achse.
Im Regen, schon klar, oder?
Für die ca. 60km bis nach Genua, wo ich endlich wieder auf die Autobahn abzweige, benötige ich 2 Stunden. Und zwischenzeitlich nennt mir mein TomTom eine Ankunftszeit in Livorno, die zeitlich deutlich hinter der Abfahrt der Fähre liegt. Da kommt Freude auf.
Aber nein, TomTom hat sich vertan, und irgendwann tröpfelt es auch nur noch. Um 14:15 Uhr legt die Fähre ab, und zwar mit mir und @.
Die Überfahrt ist harmlos, soll heißen, dass die Kollegen Ulrich und Jörg mich in Ruhe lassen. Ich habe mich zunächst im Pullmann-Sessel gelümmelt und Musik gehört, aber dann wurde es zu warm in den Motorradklamotten.
Also bin ich an Deck und habe mir eine gemütliche Ecke zum Lesen gesucht.
Die Ankunft im verregneten Bastia erfolgt wie üblich mit genervter Hektik. Alle wollen raus aus dem Schiff, Motoren werden angelassen, es wird wild gehupt, aber dadurch entkommt man dem heißen Schiffsbauch auch nicht schneller.
Dann sind es aber auch nur noch 11 km bis zum Camping San Damiano in Biguglia und mich erwartet der Empfang von Jörg, Dirk & Thomas in den 2 Chalets mit insgesamt 12 Schlafplätzen. Genug Platz sich zu entfalten und die überdachte, gemeinsam genutzte Terrasse
eignet sich hervorragend, um sich den mitgebrachten Überraschungen zu widmen. Ich kann mich an eine Art Kettenfett erinnern, ein klebriger Lakritz Likör von Jörg - und auch mein Rum wird vertilgt.
In der Nacht wird es dann recht kalt, aber nachdem ich das Bettzeug mit meinem Schlafsack ergänzt habe, schlafe ich super.
Leider ist auch heute wieder extremes Regenwetter angesagt. Während wir noch das leckere Frühstück - jeden Morgen wird eine Türe mit Baguette, Croissants, Butter, Aufschnitt abgestellt - genießen, wird es immer heftiger mit dem Regen.
Ans Fahren ist nicht zu denken. Also hängen wir ab, führen Benzingespräche, die in urologische Spezialthemen abdriften (es ist Mittwoch ...), gehen auf dem platzeigenen Supermarkt einkaufen, und bringen letztendlich Thomas Kanaster bei.
Die Stimmung ist gut ... aber die Wetteraussichten sagen weiteren Dauerregen voraus, und das nervt!
Nein, eigentlich nervt es, dass man sich von den sch... Wetter-Apps überhaupt so herunterziehen lässt ...
Heute sind wir, den Wetteraussichten trotzend, zum Cap Corse gefahren. Im Osten hoch, im Westen runter. Ca. 2 Stunden davon im Regen, aber ansonsten ging es eigentlich vom Wetter her ganz gut. Die Straßen waren aber überwiegend nass, und an manchen Stellen weggebrochen,
bzw. von Erdrutschen teilweise blockiert.
In Nonza haben wir eine längere Pause eingelegt und uns neben dem obligatorischen Cappuccino auch eine Art Käsekuchen gegönnt. Leckere Teile, und äußerst mächtig, da spart man sich das Mittagessen.
Auf dem Rückweg kommen wir in die Rushhour um Bastia, und müssen uns durch den Verkehr schlängeln. Beim Ketteschmieren auf dem Platz stellt sich dann heraus, dass Thomas sich eine Schraube in den Hinterreifen seiner Fantic Caballero gefahren hat.
Er und Jörg suchen daraufhin einen Reifenhändler auf. Morgen soll der reparierte Reifen fertig sein.
Die heutige Kanaster-Revanche gewinnen diesmal Thomas und ich.
Heute ist Karfreitag, und daher sind wir einigermaßen erstaunt, dass das Moped von Thomas mit repariertem Reifen tatsächlich, und wie vereinbart, abholbereit zur Verfügung steht. In seiner Erleichterung spendiert Thomas ein fürstliches Trinkgeld.
Anschließend geht es auf Tour 2, zunächst zum Messeratelier „Coutellerie Fabien CAZORLA“. Da liegen zwar sehr schöne, aber auch ziemlich hochpreisige, Stücke! Also bleibt es beim Schauen.
Dann geht es auf tollen Strecken zum Plage de Saleccia. Die 10 km Offroad sind nicht so staubig wie vor 3 Jahren und schön zu fahren. Auf halber Strecke wird es Jörg und Thomas aber zu holprig, sie kehren um. Und so fahren nur Dirk und ich bis zum
Parkplatz hinter dem Camping U Paradisu.
Zu Fuß geht es das kurze Stück bis zum Strand für die Beweisfotos. Dann die gleiche Strecke wieder zurück und auf nach St. Florent, wo wir vor der gemeinsamen Rückfahrt mit den anderen noch ein Eis verdrücken.
Wieder am Campinglatz wird sich kurz fein gemacht, und dann gehen wir in eine nahe gelegene (1,8 km) Pizzeria. Nix dolles, aber lecker.
Eine Tour ins Asco-Tal steht an. Für mich ein absolutes Muss bei jeder Korsika-Tour! Und wie immer auch dieses Mal ein Highlight, zumal das Wetter von Anfang an mitspielt.
Es ist bei aller Fahrfreude allerdings auch recht anstrengend auf den Strecken kleinster Ordnung voranzukommen. Höher als in den 3. Gang kommt man meist nicht, bzw. ist nicht nötig.
Am Abend verladen die anderen ihre Mopeds wieder auf den Anhänger, denn morgen geht es weiter in den Süden. Ich spanne meine Kette, die hat es definitiv bald hinter sich; ein Kettenglied ist bereits jetzt, auch mit Gewalt, nicht mehr zu bewegen.
Aber mit einer Extra-Portion Pflege hoffe ich, dass sie die Tour noch durchsteht. Auch die Simmerringe der Gabel am Vorderrad fangen an zu siffen.
Die "Kanaster-Entscheidungs-Schlacht" entpuppt sich leider als Desaster für Thomas und mich. Jörg und Dirk sind heute dermaßen kartentechnisch überlegen, dass man eher von Krampf, denn von Kampf sprechen kann. Würdelos. Und als Verlierer müssen Thomas und ich
leider die "Fratze der Schmach" an unseren Mopeds befestigen. Das sind diese komischen Cocktail Picks unserer Eisbecher von gestern. Totschick.
Abreise am Camping San Damiano. Während die anderen mit Auto und Hänger in den Süden von Korsika fahren, um dort einen weiteren Campingplatz als Ausgangspunkt für Touren im Süden zu beziehen, treibt es mich auf schönen Strecken wieder Richtung L'Île-Rousse und Calvi.
Erst ist es auch schön trocken, aber dann ... Armageddon!
Ich bin bereits wieder vollkommen durchnässt, als ich in Calvi - viel zu früh für diesen Tag - im Hotel Il Tramonto für 55€ einchecke. Die Sachen werden weiträumig im Zimmer zum Trocknen verteilt,
und dann geht es auf Schusters Rappen hinaus in den strömenden Regen. Ich hatte Wanderschuhe mitgenommen in der Hoffnung vielleicht mal dem Pic de Monte Cinto einen Besuch abzustatten. Das ist bei der Wetterlage leider undenkbar, aber ein kleiner Spaziergang im Raum Calvi sollte drin sein.
Aber auch das ist eher erfolglos. Bereits nach kurzer Zeit sind auch die Wandersachen durchnässt, und die Wege sind schwer passierbar, da teilweise weggespült. Macht keinen Spaß, daher ändere ich die geplante Wanderung in der Natur in eine kurze Stadtbesichtigung Calvi's.
Ostermontag und allein in Calvi. Zumindest regnet es nicht. Bereits um 9 Uhr mache ich mich auf den Weg. Nix Frühstück, ein Joghurt muss reichen. Es geht auf der D81 an Galeria vorbei über den Col de la Palmarella und Col de la Croix bis nach Porto.
Die enge Straße von Porto nach Piana führt dann direkt durch die Calanche. Die Calanche sind eine bizarre Felsenlandschaft südlich von Porto im Regionalen Naturpark Korsika.
Die Felsen aus rötlichem Granit liegen in etwa 400 m Höhe über dem Meeresspiegel direkt an der Küste, sie scheinen bei entsprechendem Sonnenschein rot zu glühen.
Weiter geht's auf der D81 nach Cargèse, Segane und dem Col de S. Bastiano bis kurz vor Ajaccio.
Ab Pisciatello dann auf der wunderbaren D302/D55 bis nach Olaneto und an Propriano und Sartène vorbei auf der N196 bis nach Pianottoli. Hier ist der Camping Kèvano wo die anderen 3 untergekommen sind. 2 Tage bzw. Nächte will ich hier ebenfalls bleiben.
Erst weist die Schlumpfine an der Rezeption mich ab und verweist mich wegen angeblichem Platzmangel an einen benachbarten Campingplatz. Dort ist aber die Rezeption nicht besetzt, und nach langem Warten suche ich über Booking.com eine Alternative.
Und siehe da, im Camping Kèvano gibt es noch massenweise Chalets! Also online gebucht und zurück zur Schlumpfine.
Die signalisiert komischerweise keinerlei Fehlverhalten und heißt mich jetzt herzlich willkommen. Ein nettes, sauberes und schön gelegenes Chalet für 4 Personen bekomme ich für 95€ für 2 Nächte. Ohne Handtücher und Bettzeug zwar, aber ich bin ja gut gerüstet.
Das Wetter war mir den ganzen Tag wohlgesonnen und die Strecke war schlichtweg fantastisch! Ein toller Tag, der damit ausklingt, das Jörg uns an seinen Kochkünsten teilhaben lässt.
Heute ist schon Dienstag und die Sonne lacht. Um 9 Uhr hole ich die Jungs ab, Frühstück soll es an der Rezeption geben. Aber nicht für mich, denn ich habe ja nichts gebucht. Eine Tasse Café au lait bekomme ich für 2,80€ aber dennoch.
Dann aufrödeln und auf dem fantastischen "roten" (die Farbe auf der Karte, d.h. gutes Vorankommen) Küstenband nach Sartène. Dort, nach ca. 36 km müssen wir warten. Da ist doch tatsächlich einer von uns die ganze Strecke einem Autotransporter hinterhergeeiert, Sachen gibt's.
Dann aufrödeln und auf dem fantastischen "roten" (die Farbe auf der Karte, d.h. gutes Vorankommen) Küstenband nach Sartène. Dort, nach ca. 36 km müssen wir warten. Da ist doch tatsächlich einer von uns die ganze Strecke einem Autotransporter hinterhergeeiert – Sachen gibt’s.
Sartène durchfahren wir und landen anschließend auf einer kleinen Strecke im Nirgendwo. Ich habe mich vertan. Zurück also nach Sartène, wo Jörg und Dirk nach einer Kaffeepause beschließen die Stadt per Pedes zu erkunden, während Thomas und ich nach Propriano düsen.
Nach einem Fast-Zusammenstoß mit einem - die Vorfahr missachtenden - Pkw wird das "Düsen" heruntergedimmt. So schön das Fahren hier ist: es bleibt gefährlich!
Irgendwie bekomme ich den Rest der geplanten Route nicht geregelt, und als wir wiederholt durch Sartène kommen, treffen wir wieder auf Jörg & Dirk. Zusammen geht es zurück zum Campingplatz. Unterwegs besorge ich mir Rillette, St.Aigur Crème, Baguette und einen Smoothie.
Derart gerüstet vergeht der restliche Nachmittag auf "meiner Terrasse" recht schnell. Und endlich kommt auch mal das eBook zum Zuge.
Am Abend geht es zu viert in die Pizzeria im Ort. Es schmeckt lecker und es ist auch ordentlich was los in dem Laden. Es geht früh ins Bett, für mich steht ein langer Tag an.
Letzter Fahrtag auf Korsika. Ich muss heute wieder ganz zurück nach Biguglia, um dann morgen um 8 Uhr auf die Fähre zu kommen. Wegen der 300€ Kaution habe ich das Chalet akribisch gereinigt. Es war ja nicht viel zu tun, da kaum genutzt.
Den Jungs kurz Tschüss gesagt, den Schlüssel abgegeben und los geht's.
Im nächsten Ort registriere ich, das ich den Rest Rillette und St.Aigur im Kühlschrank vergessen habe. Mist. Also gleich nochmal ein Ersatzkauf im Supermarkt, frisches Baguette brauche ich ja eh.
Die Strecke ist fantastisch, es geht über Carbini, Levie und Zonza über den Col de la Bavella nach Solenzara. Dann ein Stück auf der eher langweiligen Küstenstraße bis Ghisonaccia. Da das Wetter gut ist und ich noch jede Menge Zeit habe, entscheide
ich mich, noch einmal in die Berge abzubiegen. Auf der D71 geht es bis Ponte Leccia. Astrein! Nochmal getankt, und dann sind es noch 43km. Dachte ich.
Kurz hinter Ponte Nuovo ist ein Fels auf die Straße gerutscht. Das erfahre ich aber erst später. Dass die Straße gesperrt ist offenbart sich dagegen sofort. Ein Alternative? Klar, ab über die Berge. "Weiße" Strecken. Traumhaft, aber kein Vorwärtskommen.
Kurz hinter Ponte Nuovo ist ein Fels auf die Straße gerutscht. Das erfahre ich jedoch erst später. Dass die Straße gesperrt ist, offenbart sich dagegen sofort. Eine Alternative? Klar, ab über die Berge. "Weiße" Strecken. Traumhaft, aber kein Vorwärtskommen.
Und schon gar nicht, wenn ALLE den Weg nutzen müssen. Erst versuche ich es nach rechts auf der D15b, aber die führt noch vor der Sperre wieder auf die N193, d.h. Sackgasse. Also umdrehen. Und nach langer Fahrt komme ich wieder in Morosiglia raus, also weit vor Ponte Leccia.
Die Sperrung besteht noch. Diesmal zeigt die Polizei die Umleitung für den 2ten Versuch, nämlich nach links ab Richtung Lento. Wieder im Konvoi mit den Autokolonnen. Überholen unmöglich bzw. auch sinnlos. In Lento ist alles verstopft, da die Strecke auch hier vor der Sperrung auf die N193 trifft.
Und durch den Rück-Stau komme ich auch nicht nach Bigorno, um von dort auf Schotter nach Murato zu gelangen. Also abbiegen auf die D105 in falscher Richtung, Hauptsache raus hier. Die führt mich über traumhafte Hochstraßen und vielen Kilometern letztendlich auf die N197 Richtung Calvi.
Auch Scheiße, denn dieser Umweg bedeutet, dass ich erst nach 20 Uhr am reservierten Camping San Damiano ankomme, da ist die Rezeption leider bereits zu!
Also 3ter Versuch. Und endlich, die Stelle ist halb geräumt, sodass jetzt der Verkehr einspurig vorbeigeleitet
werden kann. Ein halber Berg hatte die Strasse blockiert!
Endlich erreiche ich den Platz. Just in time. Schnell noch in den Supermarkt, dann beziehe ich das sehr kleine, ziemlich alte Chalet. Die 65€ erscheinen mir recht happig für diese Bude, kein Vergleich zum ersten Aufenthalt hier vor einer Woche.
Aber zumindest ist es sauber, und nach dem anstrengenden Tag sind meine Ansprüche gering. Der Bergrutsch hat mich locker 3 Std. und eine halbe Tankfüllung gekostet. Heute schlafe ich wohl wie ein Stein.
Um 5 Uhr geht der Wecker. Ungewohnt. Aber ich muss um 6:30 Uhr los, um rechtzeitig an der Fähre zu sein. Routiniert ist schnell alles zusammengepackt. So früh am Morgen gehen die Mücken aggressiv auf Beutejagd. Diese Aasgeier.
Nach wenigen Kilometern bin ich am Hafen. Die Fähre kommt gerade an und wird langwierig entladen. Erst gegen 9 Uhr, also mit einer Stunde Verspätung, legen wir ab. Wetter ist bombe, ich mach's mir an Deck in der Sonne gemütlich, lese und höre Musik.
Die Zeit geht schnell um, und um 13:30 Uhr fahre ich in Livorno aus dem Schiffsbauch.
Direkt auf die Autobahn. Die Eintönigkeit des nun anstehenden Kilometerfressens wird nur unterbrochen vom Tanken und den Zahlstationen für die Autobahngebühr. Das Wetter ist weiter gut, aber ich bin müde. Über Booking.com suche ich eine Bleibe für die Nacht und entscheide mich für die
Albergo Ristorante Stazione in Balerna an der italienisch-schweizerischen Grenze.
Ein schönes Zimmer, sowie ein Spargel-Risotto mit grünem Salat, reichlich leckerem Brot und 2 Gläser Weißwein runden den Tag ab.
Am nächsten Tag gibt es noch ein im Übernachtungspreis (80 Sfr) enthaltenes, leckeres Frühstück und weiter geht's um 8 Uhr auf die Autobahn bei frischen Temperaturen, aber strahlendem Sonnenschein.
Das Wetter hält sich bis zum Gotthard-Tunnel, nach den 16 km im Berg schlägt mir das übliche Schweizer Scheißwetter ins Gesicht. Wortwörtlich. Die Regenjacke muss ran. Die Schweiz und ich: No friends forever ...
Und so großartig der neue HJC V60 Scoby Helm auch ist, im Regen taugt er nichts. Da das Visier nach unter nicht komplett abdichtet - was auch so sein soll - kommen die Tropfen auch von innen ans Visier und behindern die Sicht.
Da muss man schon sehr konzentriert fahren und höllisch aufpassen. 3-mal halte ich zum Tanken, ansonsten nur kurze Pinkel-Stopps. Um 18:30 Uhr bin ich, nach 10:30 Std. und 813km im Sattel, zuhause.
Insgesamt bin ich 3984,9 km gefahren, die Kette hat durchgehalten dank intensiver Pflege, eine neue wartet aber schon auf die Montage. Die Simmerringe der Gabel sind leicht undicht, da ist ein Service fällig.
Ansonsten bleibt die Erkenntnis, das der April für das Reiseziel Korsika zwar durchaus passend ist, nicht aber für die An- und Abreise auf dem Moped über die Alpen.
Also werde ich das nächstes Mal vielleicht doch eher Mitte Mai bis Ende Juni, bzw. auch den September / Oktober anpeilen.